3. Liga


„Wir brauchen bedingungslose Unterstützung!“

Interimstrainer und Sportlicher Leiter Thomas Brendel im Interview

Der "neue" Mann an der Seitenlinie: Thomas Brendel. Foto: Mohr/FNS

Erst eine knappe 2:3-Niederlage in Pirmasens, dann ein 2:2-Remis gegen Ulm, zuletzt ein 4:0-Sieg bei Hoffenheim II. Besser lässt sich ein kontinuierlicher Aufwärtstrend kaum skizzieren. Der nach der Entlassung von Alexander Conrad als Interimstrainer eingesprungene Thomas Brendel hat das Schiff gemeinsam mit seinem Assistent Taner Yalcin wieder auf Kurs gebracht. Die klare Mission: Der Klassenerhalt des FSV Frankfurt in der Regionalliga Südwest. Dazu soll schon am Samstag (14 Uhr) gegen den SC Hessen Dreieich nachgelegt werden. Im Interview spricht Brendel, der am Bornheimer Hang eigentlich als Sportlicher Leiter fungiert, über den Aufschwung, seine Maßnahmen und seine aktuelle Doppelbelastung.
 

Tommy, ganz ehrlich: Wie gut hat der Auswärtssieg in Hoffenheim getan, wie wichtig war das?
Für den Verein war es unglaublich wichtig. Ich denke da nicht unbedingt nur an mich und an die Mannschaft, sondern das war für uns als gesamten Verein enorm wichtig. Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern das betrifft uns alle. Es wird wichtig sein, daran anzuknüpfen, damit wir in den nächsten beiden Spielen die Punkte holen, die wir noch brauchen, um das Buch schließen zu können. Denn nach dem Sieg in Hoffenheim sind wir zwar zufrieden, erreicht haben wir aber noch nichts. 


Was stimmt dich zuversichtlich, dass die Mannschaft den eingeschlagenen Weg fortsetzt?
Die Stimmung innerhalb der Mannschaft, wie die Jungs arbeiten, dass sie wollen und leistungsbereit sind. Ich glaube, jeder weiß mittlerweile, worum es geht. Wir haben jetzt allerdings auch einfach einen anderen Umgang, einen anderen Fokus. Die Spieler sind gelöster und werden von uns gepusht.  


Wie ist es euch als Trainerteam gelungen, die Mannschaft wieder in die Spur zu bekommen?
Im Prinzip haben wir vier Punkte aus drei Spielen, das ist auch nicht überdimensional super. Aber ja, wir sind grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Wir haben ein paar Sachen verändert. Personell, indem wir etwa Denis Mangafic offensiver spielen lassen, aber auch im Spielaufbau. Wir geben den Spielern Dinge an die Hand, die sie im Spiel auch umsetzen, und glauben nicht, dass die Mannschaft das von alleine regelt. Die Jungs merken, dass wir uns Gedanken machen und dass die Sachen, die wir ansprechen, im Spiel dann auch tatsächlich passieren – ob bei Eckbällen, Standardsituationen oder im Spielaufbau. So merkt die Mannschaft, dass wir einen Plan haben.


Du bist mitten in der Saison in einer schwierigen Situation als Interimstrainer eingestiegen. Wie viel von den eigenen Ideen kann man in einer solchen Phase überhaupt einbringen?
Wenn man im April eine Mannschaft übernimmt, hat man nicht die Zeit, alles über den Haufen zu werfen und von Null anzufangen. Es ist also die Frage, wo man ansetzt, man muss sich zwei, drei Punkte vornehmen. Alles andere ist zu viel. 

 

Was ist dir wichtig, was willst du auf dem Platz sehen?
Dass wir Disziplin und Ordnung auf dem Platz haben, dass wir sehen, dass jeder Bereitschaft zeigt und versucht, Wege zu gehen und mutig zu sein. Aber natürlich benötigt man auch ein bisschen Spielglück. Ich finde es gut, wie die Mannschaft das Ulm-Spiel mit dem späten Gegentor weggesteckt hat. Es ist nicht selbstverständlich, dann in Hoffenheim so nachzulegen. Viele andere wären zusammengebrochen. Es ist gut, dass wir so gezeigt haben, dass uns nichts umhaut. 

 

Du bist derzeit doppelt gefordert. Als Interimstrainer bei der Mission Klassenerhalt, als Sportlicher Leiter bei der Planung für die nächste Saison. Das sind zwei Fulltime-Jobs. Wie gelingt das?
Ganz ehrlich: Ich schlafe nicht gut. Die ersten Tage waren echt katastrophal. Es hängt natürlich viel dran. Oberste Priorität ist, die Klasse zu halten. Diesem Ziel ordnen wir alles unter. Wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, werden wir weitere Gespräche führen. Ich glaube aber, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir werden nächstes Jahr eine gute Mannschaft haben. 

 

Was erhoffst du dir für die nächsten beiden Heimspiele vom Umfeld und von den Fans?
Bedingungslose Unterstützung! Das ist das, was wir alle brauchen – die Mannschaft und der gesamte Verein. Wir brauchen jeden und müssen uns gegenseitig bedingungslos unterstützen. Wir wollen es unbedingt vor dem letzten Spiel in Freiburg entscheiden. Wir müssen gegen Dreieich und Stuttgart II also ran.

Autor: FD | 02.05.2019

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