Der FSV Frankfurt hat das Heimspiel gegen den FC St. Pauli trotz 3:0-Führung mit einem 3:3-Remis beendet. Marcel Gaus, Michael Görlitz und Ilian Micanski brachten die Schwarz-Blauen scheinbar sicher in Front.
Die Bornheimer liefen in fast identischer Formation wie bei der letzten Partie in Cottbus auf. Lediglich Yannick Stark ersetzte Marc Heitmeier auf der Sechserposition. Heitmeier hatte sich im Training eine Prellung plus Kapseleinriss am rechten Fuß zugezogen.
Schon nach gut fünf Minuten setzte der FSV den ersten Treffer: Marcel Gaus nahm einen Ball im Strafraum mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich und donnerte das Spielgerät zur 1:0-Führung für die Gastgeber in die Maschen. Gleich mit dem nächsten Angriff hätte der FSV sogar erhöhen können. Ilian Micanski startete auf der linken Seite durch, doch seine Hereingabe erreichte nicht den einschussbereiten Michael Görlitz.
Der Winterneuzugang aus Schweden hatte kurz darauf mehr Erfolg. Den schnell ausgeführten Einwurf flankte Stark in die Strafraummitte, wo Görlitz den Aufsetzer eiskalt durch die Beine des Pauli-Keepers knallte. Und damit nicht genug: Zafer Yelens Eckball köpfte Samil Cinaz auf den Kasten, Pliquett konnte nur abklatschen und Micanski stand da, wo ein Torjäger stehen muss und bugsierte den Ball zum 3:0 ins Netz. Dabei waren erst zwanzig Minuten gespielt, Standing Ovations im Frankfurter Volksbank Stadion! "Das war noch nie da!", so der Mitte Fünfzigjährige FSV-Fan – der schon viele Spiele des FSV gesehen hat - auf der Gegentribüne.
Doch die St. Paulianer schlugen zurück, erzielten den 1:3-Anschlusstreffer, weil die FSV-Hintermannschaft den Ball im Strafraum nicht klären konnte. Fünf Minuten vor der Pause kam es noch dicker: Deniz Naki rannte auf Klandt zu und fiel. Björn Schlicke, der hinter Naki platziert war, soll ihn laut Schiedsrichter Marcel Unger gefoult haben. Der Mann mit Pfeife zeigte auf den Elfmeterpunt und stellte Schlicke zudem vom Platz! Max Kruse ließ sich diese Chance nicht nehmen und schlenzte den Strafstoß ins linke obere Toreck. Nur noch 3:2 zur Halbzeit.
Durch die Hinausstellung von Schlicke kam zur zweiten Hälfte Manuel Konrad in die Partie, Micanski musste draußen bleiben. Der war schon unter der Dusche, als die restlichen FSV-Spieler die Selbige eiskalte ereilte. Nach elf Sekunden klingelte es schon im FSV-Kasten: Finn Bartels markierte aus spitzem Winkel das 3:3.
Die Gäste drängten den FSV nun an den eigenen Strafraum. Nach knapp einer Stunde hätte Bartels nach ansehnlicher Kombination die Führung erzielen können, fand jedoch nicht die richtige Position zum Ball. Noch eklatanter zeigte sich die Abschlussschwäche bei Naki, der den Ball aus drei Metern Entfernung per Kopf nicht im Tor unterbrachte. Auch fünf Minuten danach fand Naki in Patric Klandt seinen Meister, der ihm den Weg zum sicheren Treffer verwehrte.
Diese brenzligen Situationen häuften sich, die Entlastungsangriffe des FSV verpufften. Am Ende blieb es beim 3:3 und wenige im Stadion wussten, ob sie sich über dieses Ergebnis freuen oder ärgern sollten.
FSV Frankfurt – FC St. Pauli 3:3 (3:2)
FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Gledson, Teixeira – Cinaz, Stark – Görlitz (79. Yun), Gaus – Yelen (63. Chrisantus) – Micanski (46. Konrad)
FC St. Pauli: Pliquett – Rothenbach, Morena, Thorandt, Volz – Boll, Funk (57. Daube) – Kruse, Bartels, Naki (79. Saglik) – Ebbers
Tore: 1:0 Gaus (6.), 2:0 Görlitz (17.), 3:0 Micanski (20.), 3:1 Ebbers (23.), 3:2 Kruse (41.), 3:3 Bartels (46.)
Gelbe Karten: Cinaz, Gaus / Funk, Saglik
Rote Karte: Schlicke (40./Notbremse)
Schiedsrichter: Marcel Unger (Halle/Saale)
Zuschauer: 8.802