Der FSV Frankfurt hat gegen den Aufstiegskandidaten SC Paderborn 0:1 (0:0) verloren und feiert trotzdem wegen der zeitgleichen Niederlage der Karlsruher in Aachen den vierten Klassenerhalt in Folge.
FSV-Cheftrainer Benno Möhlmann musste seine Mannschaft aufgrund von Verletzungen gleich auf fünf Positionen umstellen. Jutae Yun kam für den am Sprunggelenk angeschlagenen Zafer Yelen ins Spiel, Nils Teixeira gab für Dennis Cagara den Linksverteidiger. Yannick Stark begann auf der „Sechserposition“. Kapitän Samil Cinaz musste wegen eines Knochenödems passen, für ihn übernahm Torhüter Patric Klandt die Binde. Kurz vor Spielbeginn brach die Verletzung von Björn Schlicke von der vergangenen Woche am Wadenbeinköpfchen wieder auf, ihn ersetzte kurzfristig Manuel Konrad. An dessen Seite konnte Gledson wieder in der Innenverteidigung spielen.
Im Laufe der Anfangsviertelstunde tastete sich der FSV immer weiter nach vorne, hatte die Mehrzahl an Spielanteilen, der Kopfball von Jutae Yun nach Flanke von Ilian Micanski war die erste Situation, die Gefahr ausstrahlte. Als der Südkoreaner kurz darauf in den Paderborner Strafraum eindrang und unsanft vom Ball getrennt wurde, blieb die Pfeife des Schiedsrichters Christian Dingert stumm. Auf der Stadionanzeigetafel rasselte es Tore aus den anderen Zweitligastadien, doch in der Energieteam-Arena war Schmalhans Küchenmeister. Der Freistoß von Alban Meha aus 25 Metern, der über das FSV-Tor flog, demonstrierte die Harmlosigkeit der Gastgeber. Der FSV hingegen konterte vielversprechend, aber der letzte Zug zum Tor fehlte auch bei den Bornheimer Vorstößen. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte verzeichnete Marc Heitmeier, dessen Schuss aus zwanzig Metern von SCP-Torsteher Lukas Kruse mit Mühe zum Eckball abgewehrt werden konnte.
Das erste Ausrufezeichen der zweiten Hälfte setzte wieder der FSV, der bei den Schwarz-Blauen Gastgebern ganz in Rot antrat. Michael Görlitz‘ Schuss aus über zwanzig Metern rauschte nur knapp am Tor vorbei. Auf der Gegenseite fand Torjäger Nick Proschwitz, auf der rechte Seite kommend, keinen Abnehmer für seine Hereingabe. Doch kurz darauf knallte Mehmet Kara einen Ball vom Strafraumeck in die rechte Ecke des FSV-Tores zur Paderborner Führung. Yuns Schuss aus ähnlicher Position im Gegenzug verfehlte sein Ziel. Der flinke Asiate war auch Hauptdarsteller beim nächsten Konter, doch sein Schussversuch landete am Außennetz. Dann wieder Yun, dieses Mal beim Eckball: Heitmeier köpfte den Eckball nur Zentimeter über das Paderborner Gehäuse. Nach einer Stunde stand es 4:0 für den FSV, allerdings nur in punkto Eckbällen. Doch bei Kontern blieb der Favorit gefährlich: Jens Wemmer fand jedoch keinen Abnehmer, als er nach nach 65 Minuten frei vor Torhüter Klandt stand und den Ball in die Strafraummitte legte.
Nach 70 Minuten brachte Möhlmann Zafer Yelen und Karim Benyamina für Jutae Yun und Nils Teixeira. Yelen übernahm mit seinem ersten Ballkontakt einen Freistoß aus 23 Metern, doch sein Versuch segelte über die Querlatte. In der 80. Spielminute kam der eingewechselte Sören Brandy über die rechte Seite für Paderborn frei zum Flanken, seine Hereingabe fand im Strafraum jedoch keinen Abnehmer. Im direkten Gegenzug konnte der FSV über die linke Seite mit Zafer Yelen entgegensetzte, dessen Pass Micanski in der Mitte allerdings nicht verwerten konnte. Nur wenige Sekunden später war es Michael Görlitz, der den Ball nur wenige Meter neben das Tor vorbeischoss. Der FSV spielte wie in der ersten Halbzeit mit viel Engagement nach vorne, konnte sich aber nicht mit dem verdienten Anschlusstreffer belohnen. Zur Unterstützung der Bornheimer Offensive wurde Macauley Chrisantus acht Minuten vor Schluss eingewechselt, für ihn verließ Marc Heitmeier den Platz.
In den letzten Spielminuten überschlugen sich die Ereignisse. Nachdem die Bornheimer einen Ballverlust am eigenen Sechzehner und die Paderborner einen Konter liefen, konnte Patric Klandt seine Fähigkeiten ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Im Eins-gegen-Eins mit Nick Proschwitz verhinderte Klandt mit einer sensationellen Parade das 2:0 für den SCP. Den Nachschuss wehrte er ebenfalls glänzend ab. Nur zwei Minuten später war es erneut Proschwitz, der einen Schuss aufs FSV-Tor abgab, aber Klandt lenkte den Ball erneut über die Latte. Im Gegenzug gab es eine tolle Kombination über die linke Seite des FSV: Zafer Yelen setzte sich durch und passte den Ball erneut zu Micanski, der leider nur die Bande hinter dem Paderborner Tor traf. In der letzten Spielminute versuchte Chrisantus im Paderborner Strafraum Torhüter Lukas Kruse auszuspielen, traf jedoch nur den Pfosten. Die darauffolgende Ecke blieb allerdings ungefährlich. In der Nachspielzeit versuchten es die Ostwestfalen erneut über Torjäger Nick Proschwitz, aber die Bornheimer Defensive hielt stark dagegen. Nach dieser Aktion griff Schiedsrichter Christian Dingert zur Pfeife und beendete das Spiel, es blieb beim Endstand von 1:0 für den SC Paderborn.
Trotz der Niederlage hatten beide Teams Grund zum Feiern. Während Paderborn den Anschluss an den Aufstiegs-Relegationsplatz hält, können sich die Bornheimer über den Klassenerhalt freuen. Nach der Niederlage des Karlsruher SC bei Alemannia Aachen beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang vier Punkte, der bei nur noch einem ausstehenden Spiel nicht mehr aufzuholen ist.
SC Paderborn – FSV Frankfurt 1:0 (0:0)
Paderborn: Kruse – Wemmer, Strohdiek, Mohr, Bertels – Krösche, Alushi – Meha (73. Brandy), Brückner (72. Rupp) – Kara (85. Guie-Mien), Proschwitz
Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Gledson, Teixeira (71. Yelen) – Stark, Heitmeier (82. Chrisantus) – Görlitz, Gaus – Yun (71. Benyamina), Micanski
Tor: 1:0 Kara (49.)
Gelbe Karten: Strohdiek - Konrad
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer: 14.688