Der dritte Zweitliganeuling aus der 3. Liga ist der VfR Aalen. Nach einem schlechten bis mäßigen Start legte der VfR einen richtigen Saisonendspurt hin und schaffte am 22. Spieltag den Sprung auf den dritten Tabellenplatz, der die Relegation für die Zweite Liga bedeutet. Die Aalener nutzten den Aufwind und sicherten sich am Ende Platz zwei und damit den direkten Aufstieg.
Seit der Saison 2011/2002 kämpfte der VfR unter dem Slogan „Wir wollen mehr“ um den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse. In den folgenden Spielzeiten drohte Aalen, zum „ewigen Viertplatzierten“ zu werden. Auch in der Saison 2007/2008 stand das Team aus Baden-Württemberg schon einmal mit einem Bein in der Zweiten Bundesliga. Fast die gesamte Spielzeit über stand der VfR auf einem der Aufstiegsränge. Damals war es jedoch die Mannschaft des damaligen Trainers Edgar Schmitt, selbst Ex-Bundesligaspieler, die am Saisonende das Nachsehen hatte. Mit dem vierten Platz hatte man zwar die Qualifikation für die neu gegründete 3. Liga sicher, aber die eigentliche Zielsetzung wurde mit dem Nichtaufstieg verfehlt.
Der unbändige Wille des VfR zum Aufstieg wurde zwischenzeitlich zum Stolperstein für den Verein. In der Saison 2008/2009 verstärkte man erneut den Etat und holte sich zunächst mit Jürgen Kohler und später Petrik Sander Profis mit jahrelanger Erfahrung ins Boot. Die wild zusammengewürfelte Mannschaft, die nach etlichen Neuzugängen vor der Saison in der Winterpause erneut durch sechs Neuzugänge und neun Abgänge umgestaltet wurde, fand nicht zusammen. Nach einer sportlichen Talfahrt fand sich der VfR Aalen plötzlich auf einem Abstiegsrang wieder. In Folge der sportlichen Misere traten Kohler und Sander gemeinsam zurück. Aber auch dieser Schritt half nicht und so stieg Aalen am letzten Spieltag als Tabellenletzter in die viertklassige Regionalliga ab.
Da viele Spieler nur Verträge für die Zweite oder 3. Liga besaßen, erfolgte nach dem Abstieg ein totaler Umbruch. Der damalige Trainer Rainer Scharinger hatte nur drei Spieler aus seinem alten Kader zur Verfügung, die restliche Mannschaft setzte sich aus überwiegend unbekannten und jungen Spielern der unteren Ligen zusammen. Mit einem Altersdurchschnitt von 23 Jahren und der verpatzten Saison im Rücken waren die Erwartungen an die neue Saison entsprechend gering. Die junge Mannschaft erwischte jedoch einen guten Start und konnte sich früh in der Tabellenspitze etablieren. Bereits vier Spieltage vor Spielende konnte man nach einem 2:0-Erfolg über den KSV Hessen Kassel die Meisterschaft und damit die direkte Rückkehr in die dritte Liga feiern. Beeindruckend war vor allem die Abwehrleistung der Mannschaft um Kapitän und Abwehrchef Aytac Sulu: Nur 19 Gegentore kassierten die Baden-Württemberger während der gesamten Saison.
In der Saison 2010/2011 spielte der VfR also wieder in der 3. Liga. Als Saisonziel wurde Tabellenplatz 17 ausgegeben, da dieser den Klassenerhalt bedeutete. Das junge Team von Scharinger verstärkte sich mit 15 Neuzugängen, die wie in der Saison zuvor meist aus unteren Ligen kamen. Der Findungsprozess der Mannschaft erfolgte jedoch nicht so schnell wie in der Spielzeit zuvor, weshalb man zur Winterpause nur einen geringen Abstand auf die Abstiegsränge hatte. Rainer Scharinger wurde freigestellt, für ihn kam Ralph Hasenhüttl, der mit Michael Schiele einen ehemaligen VfR-Spieler zu seinem Co-Trainer machte. Der Klassenerhalt wurde zu einer schwierigen Aufgabe, die Hasenhüttl jedoch meisterte und die Saison mit Platz 16 abschloss.
Der Verein wollte wieder an glorreiche Zeiten anknüpfen und gab für die kommende Saison das hoch gesteckte Ziel „Platz vier oder fünf“ aus, da man mittelfristig den Sprung in die Zweite Bundesliga schaffen wollte. Der Kader wurde verkleinert, insgesamt 13 Spieler verließen den Verein. Aufgestockt wurde mit acht Neuzugängen und drei Jugendspielern. Die Saison 2011/2012 begann jedoch eher mäßig für die Baden-Württemberger, nach elf Spieltagen standen die Aalener mit 13 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz. Zur Winterpause sah es allerdings schon deutlich besser aus: Mit einem achten Tabellenplatz und nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsrang konnte der VfR hoffnungsvoll überwintern. Zu Beginn der Rückrunde folgte die Aufholjagd und nach nur einer Niederlage in 16 Spielen und acht Siegen in Folge stand der VfR Aalen sogar an der Spitze der 3. Liga. Am vorletzten Spieltag machte die Mannschaft das Glück perfekt. Ein 2:2-Unentschieden gegen den VfB Stuttgart II bedeutete den zweiten Tabellenplatz und damit den direkten Aufstieg in die Zweite Bundesliga.
Auch ein alter Bekannter kommt in der nächsten Saison mit dem VfR Aalen ins Frankfurter Volksbank Stadion. Stürmer Cidimar Rodrigues da Silva spielte von 2009 bis 2011 für die Bornheimer und erzielte in insgesamt 50 Spielen 13 Tore für die Schwarz-Blauen. Mit seinen Toren hatte er vor allem in der Saison 2009/2010 maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt des FSV. In der darauffolgenden Saison wechselte er vom Main zu Dynamo Dresden, von wo aus er Anfang des Jahres zum VfR Aalen wechselte.